Zuchtwertschätzung
Eine Zuchtwertschätzung ZWS kann für verschiedene Merkmale vorgenommen werden wie HD (Hüftgelenksdysplasie), ED (Ellbogendysplasie), Epilepsie (wenn eine erbliche Form vorliegt), HC (erblicher Katarakt), PRA (progressive Netzhautatrophie) oder RD (Retinadysplasie).
Beispiel HD: Der Zuchtwert eines Hundes für HD ergibt sich aus seinem eigenen HD-Grad sowie den HD-Graden seiner Verwandten (insbesondere Eltern, Geschwister und allfällige Nachkommen). Dieser Wert wird relativ zum Rassedurchschnitt ausgewiesen. Dabei wählt man 100 als den rassetypischen Durchschnitt. Hunde über 100 verstärken, solche unter 100 vermindern das Merkmal HD. Der Zuchtwert zeigt, um wieviel dieser Hund in der Vererbung vom Rassedurchschnitt abweicht. Mit Hilfe der Zuchtwerte von zwei Zuchtpartnern lässt sich berechnen, wie stark HD-belastet seine Nachkommen ausfallen werden. Auf Grund der eintreffenden HD-Resultate wird der durchschnittliche HD-Wert und die Standardabweichung aller registrierter Hunde regelmässig (z.B. alle 3 Monate) neu berechnet, so dass der Züchter schnell sehen kann, ob der Hund im Vergleich zu anderen Linien bessere oder schlechtere Nachkommen bringt.
Dieser Artikel ist erschienen in HUNDE 8/2000
Autor:
Dr. med. vet. ECVS Daniel Koch
Kleintierchirurgie Universität Zürich