Mein Hund hustet!
Welche diagnostischen Mittel stehen zur Verfügung?
Die Wahl diagnostischer Massnahmen richtet sich nach dem Patienten. Nicht bei jedem Hund mit Husten muss ein Röntgenbild oder eine Blutuntersuchung gemacht werden. Sie können sich in dieser Hinsicht auf Ihren Tierarzt verlassen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass folgende Faktoren besonders wichtig sind:
- Allgemeinzustand des Patienten: Tiere, die mit gestörtem Allgemeinbefinden (starke Apathie, Fieber, schlechter Appetit) vorgestellt werden, benötigen in der Regel aufwändigere Untersuchungen als diejenigen, die bei gutem Allgemeinbefinden sind.
- Das Vorhandensein von abnormalem Auswurf oder faulem Maulgeruch: Patienten mit akutem Husten und blutigem Auswurf, oder Patienten mit heftigem, feuchtem Husten mit eitrigem Auswurf und schlechtem Atem werden aufwändigere Abklärungen über sich ergehen lassen müssen.
- Unkontrollierbarer, chronischer Husten: Solche Patienten wurden oft bereits vorbehandelt. Auch hier sind weitere, gründliche Abklärungen sicherlich sehr ratsam, da solche Zustände zu starker Frustration und Verzweiflung führen können.
- Husten, begleitet durch Auswurf von unverdautem Futter (vor oder nach Husten) bei Welpen: Bei diesen Tieren können angeborene Missbildungen im Bereich der Speiseröhre vorhanden sein (siehe weiter).
Die diagnostische Palette ist in der modernen Veterinärpraxis sehr breit und erlaubt eine Diagnosestellung bei den meisten Patienten. Natürlich gibt esauch hier (wie in der Humanmedizin) Patienten, die trotz aufwändiger Abklärung nicht eindeutig diagnostizierbar sind. Diese sind zum Glück selten.
Folgende Auflistung gibt einen Überblick über die häufig angewandten Abklärungnen:
- Blutuntersuchung: Ermöglicht die Bestimmung verschiedene Stoffwechselparameter und Auszählung der einzelnen Blutzellen.
- Kotuntersuchung: Neben den gängigen Parasiten (Bandwürmer, Darmrundwürmer) können auch seltenere sowie in der Schweiz vorkommende Parasiten, wie Lungenwürmer, festgestellt werden (Auswanderungsverfahren).
- Bindehautabstrich: Wird häufig bei Patienten mit Verdacht auf Staupe angewandt, um diese virale Infektion bestätigen/ausschliessen zu können.
- Röntgenbild: Alte, aber sehr zuverlässige Methode der Darstellung der inneren Organe. Ermöglicht eine Beurteilung der Lungendichte (hängt mit Präsenz von Luft oder Flüssigkeit innerhalb der Lungenalveolen zusammen), der Herzgrösse und Herzform oder des Brustfellraumes. Es können ebenfalls Fremdkörper (nicht alle), Krebsablagerungen (hängt von der Grösse des Knotens ab) oder Missbildungen dargestellt werden (Abb. 4).
- Endoskopie (Spiegelung): Die Entwicklung dieser filligranen Instumente (flexible Endoskope) ermöglicht eine direkte Visualisation des fast gesammten Atemtraktes. Es können dabei auch diverse Proben entnommen oder Fremdkörper entfernt werden (Abb. 5).
- Lavage (Spülung): Bei diesem Eingriff werden mit Hilfe einer gewissen Menge steriler Flüssigkeit, bestimmte Teile des Atemtraktes (Luftröhre, Bronchien ...) gefüllt und die Flüssigkeit wieder abgesaugt. Die gewonnenen Proben können dann auf verschiedene Erreger oder abnormale Zellen untersucht werden.
- Computertomographie/Kernspinntomographie: Diese hochmodernen, und deshalb auch teueren Untersuchungen werden nur selten bei ganz bestimmten Patienten angewandt. Dadurch erlangt man beispielsweise eine genaue Übersicht über die Position eines Knotens in der Lunge vor einer Operation.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
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Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz
Hünenbergerstrasse 4/6
6330 Cham