Mein Hund hustet!
Erkrankungen der älteren Tiere
- Trachealkollaps (kollabieren der Luftröhre): Typische Erkrankung der kleinen Rassen (am häufigsten Yorkshire Terrier, Miniaturpudel, ...). Dabei verlieren die Knorpelringe, welche die Luftröhre stützen, ihre Stützkraft und kollabieren. Diese Erkrankung ist sehr dynamisch und verläuft oft progressiv (schlimmer mit der Zeit). Anfänglich kommt es, insbesondere bei Aufregung oder Freude, zu anfallsartigem trockenem und stimmvollem Husten. Später im Krankheitsverlauf können diese Hunde eine stark eingeschränkte Lebensqualität aufweisen, weil der Husten ständig und unkontrollierbar wird. Die Behandlung ist sehr schwierig und führt nur vereinzelt zur vollständigen Heilung. Da die gleiche Kategorie von Hunden vielfach auch durch eine Herzklappenerkrankung betroffen ist (siehe weiter), ist die genaue Unterscheidung sehr wichtig. Die Symptome sind ähnlich.
- Chronische Bronchitis (Atemwegsentzündung): Eine häufige Ursache für chronischen Husten beim Hund, deren Ursache nicht eindeutig klar ist. Der Husten kommt aus der Tiefe, ist trocken und sehr laut. Häufig durch körperliche Leistung verstärkt. Die Diagnose erfolg durch Ausschluss anderer Ursachen und durch ein endoskopisches Bild inkl. Lavage. Auch hier kann die Behandlung sehr schwierig sein. Häufig helfen nur starke entzündungshemmende Medikamente. Wie beim Menschen können neuerdings, auch beim Hund Inhalationssprays gebraucht werden. Dadurch können die Nebenwirkungen der entzündungshemmenden Medikamente deutlich reduziert werden.
- Kehlkopflähmung: Bei dieser Erkrankung kommt es durch einen Verlust der Innervation der Kehlkopfmuskeln zu einer Verengung des Kehlkopfs. Das behindert enorm den Luftfluss und verursacht eine starke Atemnot, voralle beim Einatmen. Dabei entsteht ein typisches pfeifendes Geräusch. Zu Beginn dieser Erkrankung hustet der Hund meistens.
- Herzversagen: Dieser Zustand ist die Folge verschiedener Erkrankungen. Häufigste Ursachen sind Herzklappeninsuffiziens (kleine Rassen) und Herzmuskelschwäche (grosse Rassen). Dabei verliert das Herz die Fähigkeit, das Blut in genügenden Mengen in den Körper zu pumpen und somit die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Das Endergebniss ist eine Vergrösserung des Herzvorhofes (links) oder später eine Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem) (Abb. 7). Der Husten wird durch direkten Kontakt des vergrösserten linken Vorhofes (tief, trocken, reizvoll, tagsüber) auf die Atemwege oder durch das Lungenödem (tief, feucht, häufig in der Nacht und Atemnot) ausgelöst. Die Behandlung richtet sich gegen die primäre Ursache.
- Neoplasie (Krebs): In den Atemwegen kommt es oft zu Krebsablagerungen (Metastasen). Natürlich kann ein Krebs auch zuerst in der Lunge entstehen (Primärtumor). Deshalb gehört bei älteren Patienten ein Röntgenbild des Brustkorbes zur routinmässigen Voruntersuchung, z. B. vor einer grösseren Operation. Krebserkrankungen sind sehr tückisch und können lange ohne jegliche Symptome verlaufen (siehe vorher). Vielfach sind Gewichtsverlust und Leistungseinbusse die ersten Zeichen. Husten ist nicht sehr häufig.
Zusammenfassung
Der Husten ist ein wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers gegen äussere Einflüsse und wird hauptsächlich in den Atemwegen ausgelöst. Insbesondere chronischer Husten, Husten mit abnormalem Auswurf oder Husten mit gestörtem Allgemeinbefinden verdienen sorgfältige tierärztliche Abklärung. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Erkrankung.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
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Autor:
Dr. med. vet. Kamil Tomsa
Diplomate European College of Veterinary Internal Medicine
Kleintierklinik Rigiplatz
Hünenbergerstrasse 4/6
6330 Cham