Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Neospora caninum

Einleitung

Lebenszyklus

Die Krankheit

Diagnose

Therapie

Verantwortung Züchter

Was ist beim Kauf eines Hundes zu beachten

Der Hund und das Rindvieh

Auswahlseite Katzen

Kontakt

Suche

Neospora caninum - ein Schreckgespenst?

vorherige Seite

Neosporose - die Krankheit

Typischerweise tritt die Erkrankung der Welpen während dem ersten Lebensjahr auf, wobei meist nur einzelne Tiere eines Wurfes betroffen sind. Am häufigsten wird bei den Patienten eine Lähmung an den Hintergliedmassen festgestellt. Der junge Hund ist dabei aufmerksam, nimmt die Umwelt vollständig wahr und möchte mit den Geschwistern herumtollen. Je weiter die Symptome bereits fortgeschritten sind, umso stärker ausgeprägt ist die Lähmung und bezieht auch die vorderen Gliedmassen mit ein. Auch Schmerzen im Beckenbereich kommen vor. Man muss davon ausgehen, dass sich nicht nur die Patienten, sondern auch ein Grossteil der Wurfgeschwister vor der Geburt angesteckt haben. Somit ist auch zu erwarten, dass es viele gesunde Hunde gibt, die den Parasiten in sich beherbergen. Eine Erkrankung bei erwachsenen, bzw. älteren Tieren tritt selten auf und wird in der Regel ausgelöst durch eine Immunschwäche, wie sie nach Stresssituationen oder auch einer medikamentösen Behandlung auftreten kann.

 

Wie kann eine Diagnose gestellt werden?

Ist ein Hund erkrankt, können mit einem sog. serologischen Test Antikörper gegen N. caninum nachgewiesen werden. Dazu muss dem Patienten ein wenig Blut entnommen werden. Das Vorhandensein von Antikörpern ist noch kein Beweis dafür, dass die Symptome durch diesen Parasiten verursacht werden, zeigt jedoch, dass der Hund Träger von N. caninum ist. Sind in einem Wurf ein oder mehrere Welpen mit Lähmungserscheinungen und auch das Muttertier serologisch positiv, so kann mit hoher Sicherheit auf das Vorliegen einer Neospora-Problematik geschlossen werden.
Bei den betroffenen Hunden kann versucht werden den Erreger in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit nachzuweisen. Dazu wird die so genannte Polymerasen-Ketten-Reaktion (PCR) eingesetzt, die selbst kleinste Mengen von N. caninum nachweisen kann. Bei Hunden, die eingeschläfert werden mussten, ist es auch möglich, mit derselben Technik den Erreger direkt im Hirn nachzuweisen.

 

Der Erfolg der Therapie hängt von vielen Faktoren ab

Die Schäden im Hirn und Rückenmark der Patienten werden zwar von N. caninum ausgelöst, beruhen aber in der Regel nicht auf dem Parasiten selbst, sondern auf den Entzündungsreaktionen, die er verursacht. Dauern diese Reaktionen über längere Zeit an, wird das Nervengewebe irreversibel (für immer) geschädigt. Das bedeutet, dass auch ein Abtöten der Erreger nicht notwendigerweise zu einer Besserung des Krankheitsbildes führt. Daher ist es wichtig, die Neosporose möglichst frühzeitig zu erkennen und umgehend zu therapieren. Ein Hund mit fortgeschrittenen Lähmungserscheinungen hat oftmals eine schlechte Prognose und muss trotz eingeleiteter Behandlung meist eingeschläfert werden.
Verschiedene Medikamente stehen für die Therapie der Neosporose zur Verfügung. Allerdings sind sie normalerweise nicht in der Lage, alle Parasiten abzutöten. Konnten bei einem Hund die Symptome zum Verschwinden gebracht werden, so ist nicht auszuschliessen, dass die Krankheit zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausbricht.
Gegen verschiedene Krankheiten können vorbeugend Impfungen eingesetzt werden. Bei N. caninum ist das leider nicht möglich. In den USA wurde ein Impfstoff für das Rind registriert, hat sich aber als nicht besonders wirksam erwiesen. Eine Verwendung dieses Impfstoffes macht beim Hund daher erst recht keinen Sinn und ist in der Schweiz überdies verboten.

nächste Seite

Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Heinz Sager FVH / Ph.D.
Institut für Parasitologie
Universität Bern
Postfach
CH-3001 Bern
Tel: +41 31 631 24 75
Fax: +41 31 631 26 22