Zahnfrakturen beim Hund
Behandlung von Zahnfrakturen mit eröffnetem Wurzelkanal
Zahnfüllungen können beim Hund nur in Narkose durchgeführt werden. Grundsätzlich kann jeder Zahn gefüllt werden. Handelt es sich um Zähne mit mehr als einer Wurzel (z. B. Oberkiefer P4 mit 3 Wurzeln), müssen alle Wurzeln des betroffenen Zahnes gefüllt werden, da sie untereinander über die Pulpa in Verbindung stehen.
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Abbildung 3: Entfernung der Zahnpulpa bei einem abgebrochenen Oberkiefer P4. zum Vergrössern hier klicken (62 KB) |
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Abbildung 4: Vorbereitung der 3 Wurzeln mit Feilen. zum Vergrössern hier klicken (36 KB) |
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Abbildung 5: Ergebnis nach Wurzelkanalfüllung. zum Vergrössern hier klicken (36 KB) |
Eine wichtige Rolle spielt auch das Alter des Hundes. Da bis zum 2. Lebensjahr noch ein erhebliches Dickenwachstum des Dentins stattfindet, sollte wenn möglich die Behandlung so erfolgen, dass die Pulpa erhalten bleibt. Dadurch kann Dentin weiter von der Pulpa aus angelagert werden, was zu einer deutlichen Zunahme der Stabilität des Restzahnes führt. Ohne grosses Risiko ist dies jedoch nur innerhalb von 72 Stunden nach dem Bruch möglich, wenn nicht bereits eine Infektion der Pulpa stattgefunden hat. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Chance die Pulpa zu erhalten deutlich geringer. Im Gegensatz zur Wurzelkanalbehandlung beim älteren Hund wird nur ein kleiner Teil der Pulpa aus der Zahnkrone entfernt und der eröffnete Zahn anschliessend verschlossen. Der Erfolg der Behandlung wird mit Röntgenkontrollen des Zahnes festgestellt, bei denen eine Dickenzunahme des Dentins zu erkennen ist. Hat eine Keimbesiedlung vor oder während der Füllung stattgefunden bleibt das Dickenwachstum aus und nicht selten kommt es zu schmerzhaften Abszessen an der Wurzelspitze.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin 7/2006
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35
Autor:
Dr. med. vet. Stefan Grundmann,
Kleintierchirurgie Universität Zürich,
Tierspital Zürich, Winterthurerstr. 260,
8057 Zürich


