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Verdickung der Gebärmutterwand (glandulär-zystische Hyperplasie)

Die glandulär-zystische Hyperplasie ist eine Verdickung der Gebärmutterwand, die auf einer zystischen Entartung der Gebärmutterdrüsen beruht. Als Ursache wird ein Ungleichgewicht der Sexualhormone vermutet. Das Risiko für eine Erkrankung steigt mit zunehmendem Alter und tritt bei Kätzinnen, die nie trächtig waren, häufiger auf als bei Mutterkatzen. Offenbar schützt die Trächtigkeit die Gebärmutterwand vor Veränderungen, welche die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Die glandulär-zystische Hyperplasie ist klinisch oft unauffällig, wenn die Gebärmutter nicht zusätzlich von Bakterien besiedelt ist. Bei Kätzinnen mit Fruchtbarkeitsstörungen wird die Diagnose ab und zu gestellt, wenn diese gezielt auf das Vorliegen einer Gebärmuttererkrankung untersucht werden. Die Zysten in der Gebärmutterwand können mittels einer Ultraschalluntersuchung diagnostiziert werden. Als Behandlung kommt nur eine vollständige Kastration mit Entfernung der Gebärmutter in Frage.

 

Entzündung der Gebärmutter (Endometritis)

Endometritis ist in der Regel eine komplizierte Form der glandulär-zystischen Hyperplasie, die durch den Aufstieg von Bakterien aus der Scheide in die Gebärmutter zustandekommt. Betroffene Kätzinnen zeigen oft Apathie, keinen Appetit und Fieber in unterschiedlicher Ausprägung. Oft besteht ein eitriger Scheidenausfluss, und je nachdem, welche Bakterien vorhanden sind, wird vermehrt Wasser aufgenommen und Harn abgesetzt. Mit einer Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung kann die Erkrankung festgestellt werden. Auch hier besteht die einzige Behandlungsmöglichkeit in einer Kastration der Katze. Eine Behandlung mit Antibiotika kann versucht werden, hat aber wegen der Veränderungen in der Gebärmutterwand wenig Aussicht auf Erfolg.

  Bild Verdickung Gebärmutterwand Abbildung 1:
Erkrankung der Gebärmutter: Eine starke Verdickung der Gebärmutterwand und Funktionsstörungen der Eierstöcke können die Ursache unerfüllter Büsiwünsche sein.

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Gebärmuttervereiterung (Pyometra)

Pyometra ist die Bezeichnung für eine Gebärmutter, die mit eitrigem Sekret gefüllt ist. Das Problem ist eher bei älteren Kätzinnen anzutreffen. Die Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst, die gegen Ende der Rolligkeit in die Gebärmutter aufsteigen. Pyometra kann auch durch Hormonpräparate wie Progestagene entstehen, die zur Unterdrückung der Rolligkeit, zur Behandlung von Hautproblemen oder bei Verhaltensstörungen eingesetzt werden. Die Krankheitssymptome sind ähnlich wie bei der Endometritis; hinsichtlich Veränderungen der Gebärmutterwand unterscheiden sich die beiden Krankheiten aber deutlich: Bei der Pyometra sind die Drüsen in der Gebärmutterwand normal und die entzündlichen Veränderungen der Wand deutlich schwächer ausgeprägt als bei der Endometritis. Häufig entwickelt sich die Erkrankung erst 4 bis 6 Wochen nach der Rolligkeit.
In solchen Fällen müssen Kätzinnen, die nicht zur Zucht verwendet werden, kastriert werden. Soll die Zuchtfähigkeit erhalten bleiben, kann die Tierärztin oder der Tierarzt eine medikamentelle Therapie einleiten, um die Gebärmutter zu entleeren. Zusätzlich werden die Kätzinnen während 3-4 Wochen mit Antibiotika behandelt. In den meisten Fällen ist eine Woche nach Behandlungsbeginn kein Sekret mehr in der Gebärmutter nachweisbar. Eine Ultraschalluntersuchung ist aber in jedem Fall angezeigt, damit eine ungenügende Entleerung rechtzeitig erkannt und die medikamentelle Behandlung fortgesetzt werden kann. Die Chancen für eine vollständige Abheilung sind gut. Es besteht aber die Gefahr eines Rückfalls, die verringert werden kann, indem die Kätzin in der nächstfolgenden Rolligkeit gedeckt wird.

Bild Kätzin mit Gebärmuttervereiterung Abbildung 2:
Kätzin mit Gebärmuttervereiterung nach erfolgreicher Operation: Die vereiterte Gebärmutter, die fast den ganzen Bauchraum ausgefüllt hat, und die Eierstöcke wurden entfernt. Die Kätzin wurde wieder vollständig gesund.

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Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 2 / 2001
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Patrick Hensel
Veterinärchirurgische Klinik, Universität Zürich