Pododermatitis
Allergische Ursachen
Katzen leiden häufig an allergischen Erkrankungen. Am häufigsten ist die Flohbissallergie, gefolgt von atopischer Dermatitis, Futtermittelallergie, Insektenstichüberempfindlichkeit und Kontaktallergie. Allergische Erkrankungen sind definiert durch eine Überempfindlichkeit und Fehlleistung des Immunsystems. Auf harmlose Umweltstoffe erfolgt nach einer anfänglichen Sensibilisierungsphase eine allergische Immunantwort, die sich in Form einer juckenden Hautentzündung manifestiert. Durch die mechanische Schädigung der Haut kommt es nicht selten zu Folgeinfektionen mit Bakterien oder Hefepilzen, die den Juckreiz noch verstärken.
1. Flohbissallergie
Die Flohbissallergie ist eine juckende Erkrankung, die durch die Sensibilisierung auf den Flohspeichel ausgelöst wird. Betroffene Katzen zeigen häufig Haarverlust über den Rücken oder am Bauch. Da sich die Tiere sehr intensiv lecken, ist es nicht selten, dass weder Flöhe noch Flohkot nachgewiesen werden können. Eine strikte Flohkontrolle aller Tiere im Haushalt ist die beste Möglichkeit, eine Flohbissallergie ein- bzw. auszuschliessen.
2. Atopische Dermatitis
Die atopische Dermatitis ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Umweltstoffe wie Pollen, Hausstaubmilben, Speisemilben oder Pilzsporen. Die meisten Katzen zeigen ausgeprägten Juckreiz an Kopf, Ohren, Bauch und Pfoten. Ist der Juckreiz saisonal, ist eine Pollenallergie am wahrscheinlichsten. Die Diagnose erfolgt über den Ausschluss anderer juckender Erkrankungen und der Durchführung von spezifischen Allergietests. Die Behandlung einer atopischen Dermatitis beruht einerseits auf der Vermeidung der sensibilisierten Allergene (z. B. strikte Flohkontrolle bei Flohbissallergikern), der Desensibilisierung (lebenslange Therapie durch Spritzen der sensibilisierten Allergene) oder der symptomatischen Behandlung des Juckreizes mit entsprechenden Medikamenten.
3. Futtermittelallergie
Die Futtermittelallergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Futterbestandteile. In der Regel sind Eiweisse (Proteine) die auslösenden Allergene, selten auch Zucker (Kohlenhydrate). Betroffene Katzen zeigen ausgeprägten Juckreiz an Kopf, Ohren, Bauch und Pfoten. Die Diagnose erfolgt über eine mehrwöchige, strike Eliminationsdiät. Anhand der individuellen Fütterungsvorgeschichte wird eine Diät ausgewählt, die keine der früher gefütterten Proteine und Kohlenhydrate enthält. Es reicht nicht aus, nur die Futtermarke zu wechseln. Freiläuferkatzen sollten während der Eliminationsdiät im Haus gehalten werden, damit der unkontrollierten Futteraufnahme im Freien vorgebeugt werden kann. Wenn sich nach der Testphase der Juckreiz gelegt hat, wird die Katze mit der früheren Diät provoziert. Sollte der Juckreiz wieder aufflammen, ist die Diagnose Futtermittelallergie bestätigt.
4. Insektenstichüberempfindlichkeit
Die Insektenstichüberempfindlichkeit ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Mückenstiche. Meist sind betroffene Katzen Freiläufer oder haben Zugang zu einem Balkon. Die klinischen Symptome sind relativ typisch und äussern sich durch Haarverlust und Knötchen an den Ohrmuscheln, stark gerötetem bis ulzeriertem Nasenrücken sowie durch Knötchen und offene Stellen an den Pfotenrändern.
5. Kontaktallergie
Kontaktallergien sind äusserst seltene Allergien, da die Katzen durch ihr dickes Fell vor der Aufnahme von Allergenen über die Haut gut geschützt sind. Etwas häufiger, aber ebenfalls selten, ist die Kontaktdermatitis. Im Gegensatz zur Allergie, der eine Sensibilisierungsphase vorausgeht – d. h., die Allergene müssen über längere Zeit oder immer wieder mit der Haut und dem Immunsystem in Kontakt kommen, bis eine Allergisierung auftritt – reicht bei der Kontaktdermatitis der einmalige Kontakt mit einer Substanz, die auf die Haut irritierend wirkt. In der Regel sind nur die unbehaarten Ballen betroffen. Die meisten „Kontaktdermatitiden“ bzw. „Kontaktallergien“ sind nichts anderes als eine plasmazelluläre Pododermatitis (siehe unter immunvermittelte Erkrankungen).
Dieser Artikel ist erschienen im "Katzen Magazin" 3 / 2006
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Autorin:
Dr. med. vet. Claudia S. Nett-Mettler
Diplomate American & European College of Veterinary Dermatology
Dermatologie und Allergologie für Tiere
c/o Tierärztliche Spezialistenklinik
Rothusstrasse 2
6331 Hünenberg
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